Terminplan Vorträge „Integrative Homöopathie“

Interview Martin Bomhard (M.B.) mit Rocco Kirch (R.K.) zur Idee der Vortragsreihe „Integrative Homöopathie“ vom 14. September 2017


M.B.: Wie/wo (bei wem) entstand die Idee, eine solche Vortragsreihe zu organisieren?

R.K.: Im Zuge meines Masterstudiums der Gesundheitswissenschaften am Interuniversitären Kolleg in Graz / Seggau (Österreich) und nach 26 Jahren Praxistätigkeit als homöopathischer Heilpraktiker wurde mir deutlich, dass ein wichtiger Baustein im Diskurs um den Berufsstand darin bestehen könnte, wissenschaftliche Forschungen und Erkenntnisse in Form eines direkten Austauschs mit heilpraktischen KollegInnen anzubieten. Zunächst hatte ich vor, diese Bausteine lediglich in meine homöopathischen Ausbildungskurse einzubauen, doch aufgrund vielfältiger Ermunterungen seitens meiner SchülerInnen und anderer KollegInnen erschien es mir sinnvoll, sie noch öffentlicher zu machen. Das fand breite Zustimmung bei den Referenten, denn auch sie sahen die Notwendigkeit, einen interdisziplinären Diskurs nicht allein im akademischen Bereich zu befördern, sondern im unmittelbaren Praxiskontext von HeilberuflerInnen und PatientInnen. Damit entstand die Idee einer fortlaufenden Vortragsreihe „Integrative Homöopathie“, die nicht singulär auf Homöopathie als solche abheben, sondern interdisziplinäre Sichtweisen einbeziehen sollte.

M.B.: Was war mit der Vortragsreihe beabsichtigt? Wozu sollte sie inhaltlich dienen?

R.K.: Die Vortragsreihe möchte Themen aus dem Gebiet von HeilberuflerInnen (Heilpraktiker, Ärzte u. a.) mit wissenschaftlicher Forschung in Austausch bringen. Geschichtliche, psycho-soziale, gesellschaftliche und auch gesundheitspolitische Aspekte sollen diskutiert werden, um in einer symmetrischen Kommunikation zwischen Wissenschaft und Praxis, insbesondere der heilpraktischen Praxis, Brücken zu schlagen und so einen synergetischen, sich gegenseitig befruchtenden Diskurs ermöglichen.

M.B.: Inwiefern soll der Diskurs zur gesellschaftlichen Fundierung und gesundheitspolitischen Absicherung der Homöopathie in der Zukunft beitragen?

R.K.: Den Diskurs betrachte ich als eine Einstiegsmöglichkeit, um sich mithilfe der Grundlagen- und Anwenderforschung, insbesondere in den nichtärztlichen Heilberufen, gegenüber dem cartesischen Denkmodell (dem derzeit vorherrschenden Wissenschaftsparadigma) zu emanzipieren, im Weiteren um eine angemessenere „Außenansicht“ komplementärer Heilberufe in der Gesellschaft darzustellen und inhaltlich eine bessere Vernetzung im gegenseitigen Umfassen der Bereiche von „Ich“, „Du“ und „Wir“ zu schaffen.
Ein weiteres Anliegen besteht darin, die drei wesentlichen logischen Schlussarten Induktion (vom Einzelnen auf das Ganze schließend), Reduktion (vom Vielen auf das Einzelne schließend) und Abduktion (ableitend neue Thesen bildend) mit transmentalen (spirituellen) Bereichen zu verbinden. In diesem Sinne geht es mir darum, Tradition und Überlieferung ins 21. Jahrhundert zu transponieren, damit die komplementären Heilberufe wieder den ihnen gebührenden Platz einnehmen und eine breitere gesellschaftliche wie politische Anerkennung erlangen können, nicht im Gegeneinander (konventionelle Medizin versus Naturheilkunde und Homöopathie), sondern in der Besinnung auf die Notwendigkeiten aus sich selbst heraus sich zu entwickeln, d. h. sich zu hinterfragen und evolutionär Tradition und Moderne verbinden. Nur gerade im Verbund mit postmoderner Wissenschaft und Spiritualität ist Gleichberechtigung oder zumindest Anerkennung der komplementären Heilweisen gegenüber konventioneller Medizin aus meiner Sicht zukünftig auf Dauer möglich.

Berlin, den 14.09.2017

Zu der Vortragsreihe sind Hör-CD´s als Set und einzeln im Verlag Homöopathie + Symbol – Martin Bomhard – im September 2017 erschienen. Info unter www.homsym.de.

 

 

Terminplan Vorträge „Integrative Homöopathie“
Dezember 2016 bis Mai 2017

Eine Fortsetzungsreihe von Vorträgen und Workshops mit dem Schwerpunkt „Integrative Homöopathie“ im Kontext von Komplementären und Psychosozialen Gesundheitswissenschaften sowie aufgeklärter Spiritualität.
Das breite Spektrum akademischer und klinischer Hintergründe und die Erfahrungsbereiche der Dozenten regen – im Sinne von Samuel Hahnemann – eine Öffnung der Perspektiven in heilkundlichen Bereichen und somit vertiefende und bereichernde wissenschaftliche Vernetzung an.

Die Vorträge und Workshops richten sich gleichermassen an Heilberufler und interessiertes Laienpublikum.

Alle Vorträge und Workshops werden mit Teilnahmebestätigungen bescheinigt und können als Fortbildungsnachweise für Berufsverbände usw. verwendet werden.

 

03.12.2016sandra_schmitt
11.00 h – 13.00 h
Hp MSc (Cand. PhD) Sandra Schmidt
(Interuniversitäres Kolleg Graz/Schloss Seggau)
SHZ – zertifizierte Therapeutin

Pränatale Symptomerhebung und neu auftretende Arzneimittelbilder in der Schwangerschaft
Vorstellung einer Studie und Diskussion.


03.12.2016birgit-keip
14.30 h – 16.30 h
Hp MSc (Cand. PhD) Birgit Keip
(Interuniversitäres Kolleg Graz/Schloss Seggau)
SHZ – zertifizierte Therapeutin

Heilungsprozess nach Zahnextraktion und Arnica-montana C 30
Vorstellung einer Studie und Diskussion.


04.12.2016Rocco 08/12

10.00 – 13.00 h
Hp MSc (Cand. PhD) Rocco Kirch
(Interuniversitäres Kolleg Graz/Schloss Seggau)
SHZ – zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor FB Homöopathie

Symptom-Selbsterfahrung in Verreibestudien – Korrespondenz von Verum und Placebo
Darstellung von bisherigen Studien, Ausblick auf weitere Forschungsfragen, Studiendesigns und Diskussion.


11.02.2017
11.00 h – 13.00 hProf. Dr. Dr. Harald Walach
Prof. Dr. Dr. Harald Walach
Klinischer Psychologe, Philosoph und Wissenschaftshistoriker

Spiritualität – Warum wir die Aufklärung fortführen müssen
– insbesondere im Bereich der Heilkunde und auch der Homöopathie
Vortrag und Diskussion.


11.02.2017

14.30 h – 16.30 h
Prof. Dr. Dr. phil. Harald Walach
Klinischer Psychologe, Philosoph und Wissenschaftshistoriker

Homöopathie im Licht neuerer wissenschaftlicher Befunde – Neue Arzneimittelprüfung-Designs
Vortrag und Diskussion.


12.02.2017michael_teut-1

10.00 h – 12.00 h
Dr. med. Michael Teut
FA für Allgemeinmedizin, Homöopathie, Oberarzt an der Hochschulambulanz für Naturheilkunde der Charité, Berlin

Homöopathie in der Geriatrie
Es werden Fälle und Behandlungsstrategien aus der homöopathisch-geriatrischen Praxis vorgestellt, unter anderem zu Patienten mit Demenzen, Schlaganfällen, M. Parkinson und allgemein geriatrischer Multimorbidität. Der Schwerpunkt liegt auf der Anwendung des Synoptic Key und der General Analysis von Cyrus Maxwell Boger.


13.05.2017martin_dinges

10.00 h – 12.00 h
Prof. Dr. phil. Martin Dinges
(Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung Stuttgart)
Stellvertretender Institutsleiter und Archivar

Homöopathie und Wissenschaft in historischer Perspektive
Vortrag und Diskussion.


13.05.2017

14.00 h – 16.00 h
Prof. Dr. phil. Martin Dinges
(Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung Stuttgart)
Stellvertretender Institutsleiter und Archivar

Laienpraktiker und Ärzte auf dem Medizinischen Markt seit Hahnemanns Zeiten
Vortrag und Diskussion.

 

Veranstaltungsort:

Umwelt-Bildungszentrum Berlin
Kladower Damm 57 (Zugang über Havelmathen)
14089 Berlin-Gatow
www.umwelt-bildungszentrum.de

Information:

unter www.rocco-kirch.de oder Tel. 030 – 694 016 90

Anmeldung:

unter praxis@rocco-kirch.de oder Fax 030 – 604 016 92

Kosten:

pro Einzel-Vortrag 40,00 €
bei Buchung von 2 Vorträgen 70,00 €