Heilpraktiker Homöopathie - Wald und Nebel

Heilpraktiker Rocco Kirch

Ekzematöse Hauterkrankungen, Ekzeme

“Generell erkranken die leichten und kurzhaarigen Tierrassen seltener an Ekzemen als die schweren und langhaarigen. Aber wenn ein Tier der leichten Rassen daran erkrankt, so ist die Behandlung meist schwieriger und langwieriger als bei einem Tier der schweren Rassen.

Die Hauptmittel für die homöopathische Behandlung von ekzematösen Hauterkrankungen bei allen Tieren sind:

Arsenicum album, Graphites, Natrium muriaticum, Rhus toxicodendron, Sulphur und Thuja occidentalis.

Arsenicum album

Arsenicum album passt mehr für die leichten Rassen, z.B. Vollblut-Pferde. Für eher nervöse und leicht erschöpfte, bzw. schwache Tiere, mit trockener Haut, stumpfen Fell, wobei die nächtliche Verschlimmerung aller Symptome ins Auge fällt. Die erkrankten Tiere haben in der Regel großen Durst auf kleine Schlucke Wasser und machen oft einen abgemagerten Eindruck. Arsen ist auch wichtig bei Folgen von Insektenstichen oder nach Schlangenbissen. Die Haut juckt und brennt sehr stark. Hierbei ist aber zu beachten, dass die Tiere sich nicht scheuern, sondern gegen etwas pressen. Dieses Verhalten weist eher auf einen Brennschmerz hin. Trockene, rissige und schuppende Haut und Ausschläge stehen im Vordergrund.

Die betroffenen Hautpartien können unter Umständen leicht geschwollen oder ödematös sein, es finden sich auch Papeln und Pusteln. Bei entzündlichen Hautvorgängen sind die Exsudate stinkend. Kratzen und Kälte verschlimmert außerordentlich. Die Haut fühlt sich kalt an.

Als Nebeneffekt bei der Arsenbehandlung stellt sich oft eine verbesserte Leistungsfähigkeit des Tieres, besonders der Pferde ein.

  • Dosierung: 1 x täglich 1 Gabe Arsenicum album C 1000, bis es deutlich besser wird.

Graphites

Dieses Mittel ist vor allem hilfreich für ältere Tiere mit schwerem Knochenbau, besonders für Rinder. Dabei hilft es eher weiblichen Tieren, wobei allerdings männliche nicht ausgeschlossen sind. Die Tiere sind von phlegmatischem und stumpfem Temperament bis hin zu Indolenz und neigen zu Übergewicht. Die Haut ist sehr trocken und rau, und das Fell ist stumpf. Auffällig sind Haarbruch, sowie Rhagaden und Fissuren an der Afterrosette. Häufig liegen Hauterkrankungen innere Störungen zugrunde. Bei männlichen Pferden kann oft eine Schwellung des äußeren Genitalbereiches beobachtet werden. Die erkrankten Hautpartien sondern in der Regel ein honigartiges Sekret ab, können aber auch völlig trocken sein; dann sind die Hautstellen jedoch sehr hart. Eine Rauheit der Haut besteht besonders in den Gelenkbeugen. Die Haut ist sehr ungesund, bereits geringste Verletzungen neigen zur Eiterung. Selbst verhärtete Narben oder fibrinöses Gewebe werden unter der homöopathischen Graphites-Behandlung wieder weich.

  • Dosierung: 1 x täglich eine Gabe Graphites C 30, 10 - 14 Tage, dabei kann es bei nur mäßiger Besserung notwendig sein, 1 Doppelgabe Thuja C 200 über 2 Wochen dazwischenzuschalten, und dann wieder mit Graphites für ca. 2 Wochen 1 x täglich, 1 Gabe fortzufahren.

Natrium muriaticum

Natrium muriaticum ist ein bewährtes Mittel, wenn die Schleimhäute trocken sind. Die Tiere, die dem Wesen von Natrium muriaticum entsprechen, neigen zum Rückzug, möchten alleine sein und sind manchmal auch etwas unleidlich. Die Haut ist fettig, es besteht eine Neigung zu Haarausfall und weißen Schuppen. Ein wichtiges Begleitsymptom ist das vermehrte Absetzen von Urin. Dabei fällt z.B. auf, dass diese Tiere ihren Urin nur ungerne oder gar nicht absetzen, wenn sie sich von Menschen beobachtet fühlen.

Ich hatte einen Hund wegen starken Haarausfalls in Behandlung, bei dem das zuerst verabreichte Mittel, Acidum phosphoricum, nicht half. Als ich jedoch beobachten konnte, dass der Hund nur urinierte, wenn er sich unbeobachtet fühlte, verabreichte ich eine Doppelgabe Natrium muriaticum C 200. Der Haarausfall besserte sich innerhalb von zwei Wochen. Außerdem zog sich der Hund nicht mehr so sehr zurück und suchte vermehrt Kontakt zu Menschen und Artgenossen. Die Natrium-muriaticum-Ausschläge sind meist trocken, jucken und lokalisieren sich besonders in den Gelenkbeugen mit weißlichen Borken oder sind wund, rot und entzündet. Bewegung und Schwitzen verschlimmern die Ausschläge. Das Mittel wirkt besonders auch bei Nesselsucht und auf die Haarfollikel. Natrium muriaticum ist auch das Hauptmittel für Sommerekzem der Pferde.

  • Dosierung: 1 x wöchentlich, 1 Gabe Natrium muriaticum C 200 über 4 Wochen

Rhus toxicodendron

Es ist ein wichtiges Mittel, wenn sich die Tiere etwas teilnahmslos verhalten und dabei dennoch etwas unruhig sind. Die Haut ist geschwollen und rot, Quaddel- oder Bläschenbildung stehen im Vordergrund. Es besteht extremer Juckreiz. Die regionalen Lymphknoten sind in der Regel geschwollen. Die Ausschläge neigen zur Schuppenbildung und tendieren vor allem zur Eiterung. Rhus tox. ist ein großes Mittel für alle möglichen Hautaffektionen, welche mit intensivem Juckreiz verbunden sind. Die wahlanzeigende Modalität ist die Steifheit der Tiere, welche bei fortgesetzter Bewegung verschwindet. An Rhus tox. ist vor allem auch zu denken, wenn die Hautaffektion durch ein äußeres Agens hervorgerufen wurde, z.B. Kontakt-Ekzem oder bei allergischen Reaktionen auf der Haut.

Kälte, Nasswerden, starkes Schwitzen und Ruhe verschlimmern immer sehr deutlich.

  • Dosierung: 1 x täglich, 1 Gabe Rhus tox. C 30 über 2 Wochen

Sulphur

Sulphur ist charakterisiert durch nässende, rote Hautekzeme mit außerordentlich starkem Juckreiz. Haut und Fell sehen immer etwas schmutzig aus. Bei manchen Tieren hat man den Eindruck, sie würden den Schmutz regelrecht anziehen. Auffallend sind die Verschlimmerungsmodalitäten: nachts durch Wärme, tagsüber durch Kälte. Es kann zum Abreißen von Hautfetzen kommen. Sulphur kann bei allen Hauterkrankungen in Frage kommen, jedoch besonders bei solchen, die aus dem akuten Stadium in das chronische übergegangen sind. Typisch für Sulphur sind auch die morgendliche Unruhe und die morgendlichen Durchfälle sowie die Stark geröteten Körperöffnungen. Auffällig ist auch die Scheu vor Wasser und die häufig angetroffene Unleidlichkeit und Widerspenstigkeit der Tiere. Ein weiteres markantes Symptom besteht im plötzlichen Wechseln des Futterbedürfnisses: bislang gerne von den Tieren angenommene Futtermittel werden plötzlich abgelehnt, stattdessen besteht ein Verlangen nach anderen, u.U. bislang abgelehnten Futtermitteln. Eine große Unruhe sowie stinkende, besonders nach faulen Eiern riechende Ausscheidungen sind ebenfalls typisch für Sulphurpatienten. Sulphur ist ein ausgezeichnetes Zwischenmittel, ähnlich wie das nachfolgend beschriebene Thuja, um bei chronischen Hauterkrankungen mit allopathischen (schulmedizinischen) Mitteln behandelt und unterdrückt wurden, um die Reaktionsfähigkeit für die homöopathische Therapie wieder herzustellen. Als Ausleitungsmittel vollbringt es außergewöhnliche Dienste. Da Sulphur zu allen Arten von Hauterkrankungen, wie überhaupt zu allen Erkrankungen scheinbar passen kann, ist es wichtig, die Indikationen für die Verordnung von Sulphur sorgfältig zu überprüfen und mit den homöopathischen Reaktionen vertraut zu sein. Vor allem ist darauf zu achten, dass Sulphur nie zu lange verabreicht wird, da sonst die Gefahr von Verschlimmerungen gegeben ist. Sulphur eignet sich besonders auch als allgemeines Rekonvaleszenzmittel oder, um eine erfolgreiche Behandlung von ekzematösen Hauterkrankungen zu vollenden. Dies gilt auch für andere Erkrankungen.

  • Dosierung: 1 x täglich, 1 Gabe Sulphur D 12 oder C 30 über max. 8 Tage
  • Als Zwischenmittel: 1 Doppelgabe Sulphur C 30
  • Als Rekonvaleszenzmittel: 1 Gabe Sulphur C 30

Thuja occidentalis

Ein etwas süßlicher Geruch der Haut führt uns zu Thuja. Die Haut ist fettig und schmutzig, oft übersät mit Bläschen oder pockenartigen Erhebungen. Häufig zeigen sich auch Warzen und spitze Kondylome, an den Schleimhäuten Polypen und Papillome. Vermehrtes Schwitzen ist ebenso typisch wie der unangenehm modrige Geruch des Schweißes. Typisch ist dabei aber die Besserung durch Schwitzen oder andere Absonderungen. Es besteht eine ausgeprägte Entzündungsneigung der Haut. Kälte und Nässe verschlimmern außerordentlich. Juckreiz ist vorhanden, das Fell ist trocken und stumpf. Es zeigen sich besonders nässende und eiternde Flechten. Thuja hat sich außerordentlich bei chronischen Hauterkrankungen bewährt, die von den sonst angezeigten homöopathischen Mitteln nur unzureichend oder gar nicht gebessert wurden. Hier zeigt sich das breite Wirkungsspektrum von Thuja als wertvollem Zwischen- oder “Schlepper”-mittel, besonders dann, wenn durch Impfungen Blockaden für die homöopathische Therapie gesetzt wurden. Bei Tieren, welche nur schlecht oder gar nicht auf die homöopathische Therapie ansprechen und vorher geimpft worden sind, bringt oft Thuja schnell den entscheidenden Durchbruch. Allerdings sollte Thuja dann nicht unter der 200sten Potenz eingesetzt werden.

  • Dosierung: 1 x täglich, jeden 2. Tag, 1 Gabe Thuja über 2 Wochen
  • Als Zwischenmittel: 1 Doppelgabe Thuja C 200
  • Als Blockademittel bei Impfungen: 1 x wöchentlich, 1 Gabe Thuja C 200 oder C 1000 über 4 Wochen

Hp Rocco Kirch

Siehe auch:

Rocco Kirch

Ekzematöse Hauterkrankungen

Berliner Heilpraktiker Nachrichten 1998

Rocco Kirch in Roy / Lage - Roy

Homöopathischer Ratgeber Nr. 16/17 – Mensch und Tier –

Lage – Roy 1994 + 1997