Erkältungskrankheiten

„In den kälteren Jahreszeiten haben wir alle wieder gehäuft mit Erkältungskrankheiten zu tun: Schnupfen, Husten, grippale Infekte.

Dabei wird meist danach gefragt: … wo und wie habe ich mich angesteckt? … wie kann ich eine mögliche Ansteckung verhindern?

Nun sind dies natürlich die falschen Fragen, da sie weder die Erkrankung erklären helfen (wozu auch? – wäre man durch eine mögliche Erklärung weniger krank?), noch entsprechen solche Fragen dem Wesen und Sinn von Erkrankungen. Da im Übrigen die so genannten Erreger allgegenwärtig sind, einige Menschen erkranken, andere wieder nicht, können also diese Erreger wohl nicht ursächlich für die Erkrankung sein. Entscheidend scheint also die Bereitschaft des betroffenen Menschen zu sein zu erkranken. Diese Bereitschaft leitet sich aus einer Disharmonie zwischen der inneren und äußeren Welt des Menschen ab. Insofern dient jede akute Erkrankung dem Menschen als Möglichkeit diese gestörte Harmonie wieder zu korrigieren, und ist ein positiver, konstruktiver Ansatz mit solchen Erkrankungen umzugehen. Im Gegensatz dazu die destruktive Opferhaltung die sich darin ausdrückt: ich habe mich „angesteckt“ usw.

Hier liegt nun der entscheidende Vorteil der homöopathischen Behandlung, gerade auch der Selbstbehandlung in akuten Fällen, dass die Prozesse zur Wiederherstellung der Harmonie zwischen innerer und äußerer Welt sanft, sicher und dauerhaft gefördert werden, ohne die sonst üblichen „Nebenwirkungen“ und Verschiebungen der Problematik auf andere Organsysteme, welche langfristig und häufig wiederholt, nach Jahren oft schwerwiegende chronische Leiden nach sich ziehen.

So ist z.B. bei akuten Schnupfen zwar der Gebrauch von schleimhautabschwellenden Sprays o.ä. im Moment eine scheinbare Erleichterung, doch zeigen sich oft dann neue Symptome in den unteren Atemwegen, später in den Gliedern, welche nicht mehr mit dem ursprünglichen Schnupfen in Zusammenhang gebracht werden. Weiß man aber, dass ein Schnupfen hauptsächlich die vorher angesammelten Toxine, welche nicht mehr über Niere, Leber, Darm und Haut ausreichend ausgeschieden werden konnten, aus dem Körper schafft, wird man diesen reinigenden Prozess nicht mehr mit Nasensprays o.ä. unterdrücken wollen, sondern in geeigneter Weise unterstützen und begleiten. Je weniger Widerstand wir also unserer inneren, unbewussten Intelligenz entgegenstellen, desto besser und schneller werden unsere Selbstheilungskräfte die gestörte Harmonie zwischen innerer und äußerer Welt wieder herstellen können.

Von der körperlichen Seite aus betrachtet, braucht eine Krankheit also immer ein spezifisches Terrain. Nur dort wo eine Ausscheidungsreaktion notwendig ist, kommt es dann zu einer „Ansteckung“, wird man anfällig für Erkältungskrankheiten auslösende Faktoren wie Kälte, Durchnässung, Wind oder Feuchtigkeit.

Wenn man sich für die homöopathische Behandlung von Erkältungskrankheiten entschieden hat, sollten alle anderen Behandlungsmethoden oder die so genannten Hausmittelchen außen vor gelassen werden, diese würden die homöopathische Behandlung bestenfalls behindern, oft sogar völlig vereiteln. Einerseits verwischen solche Methoden und Mittel das klare Bild der Erkrankung, so dass nicht mehr sicher das ähnlichste homöopathische Arzneimittel gefunden werden kann, andererseits haben diese Mittel meist arzneiliche Kräfte, welche dem homöopathischen Arzneimittel entgegen stehen, es behindern, oft sogar in der Wirkung blockieren oder sogar ganz aufheben. Damit ist niemandem gedient.

Diätetische Unterstützung bei Erkältungskrankheiten.

Grundsätzlich sollte Eiweiße soweit wie möglich gemieden werden, insbesonders die hochkonzentrierten Eiweiße (z.B. Fleisch, Käse, Eier, Hülsenfrüchte, Nüsse). Zwischenmahlzeiten sollte man ausfallen lassen, wenn möglich insgesamt weniger Essen als sonst. Die Verdauungsarbeit kostet viel Kraft, welche dem Körper bei der Wiederherstellung der Gesundheit fehlt. Ist die Absonderung z. B. aus der Nase sehr stark, ist anzuraten den Genuss von Teigwaren oder Getreideprodukten deutlich einzuschränken (z.B. Brot, Nudeln). Dagegen darf Reis und Gerste genommen werden.

Es ist darauf zu achten, dass ausreichend getrunken wird (z.B. Brottrunk, Reistrunk, Früchtetee, Suppen, levitiertes Wasser) um die Ausscheidung zu unterstützen.

Frisches Obst, Salat und Gemüse in ausreichendem Maße sind zu empfehlen, bes. auch frischgepresste Obstsäfte.

Milch – und Sauermilchprodukte bes. Buttermilch (auch Schwedentrunk) sollten bei Schnupfen in Verbindung mit Husten nicht genommen werden, da diese die Bronchien – und Lungensymptomatik deutlich verschlimmern. Dies gilt ebenso bei feuchtem Wetter oder Regen.

Vorbeugende Maßnahmen bei Erkältungskrankheiten

Eine wirksame Prophylaxe bei Erkältungskrankheiten in den Übergangsjahreszeiten (bevor man tatsächlich erkrankt ist) ist die Einnahme einer Doppelgabe (2 Kügelchen lutschen, 15 Minuten später weitere 2 Kügelchen) Influencinum C 200, diese vorbeugende homöopathische Arznei hat eine Wirkungsdauer von bis zu 6 Monaten.

Wenn man durchnässt ist, oder durchgefroren stellt sich meist ein Verlangen nach heißen Getränken und einem heißen Bad ein. Dies ist natürlich und gesund. Allerdings ist die Reihenfolge dieser Maßnahmen wichtig: erst das heiße Getränk, dann das heiße Bad. Würde es umgekehrt sein, so würde sich die Körperwärme zu stark an der Körperoberfläche konzentrieren und eher die folgende Erkrankung befördern als verhindern. Also, wichtig ist den Körper von innen nach außen zu erwärmen.

Eine weitere sehr gute Möglichkeit ist, falls noch keine Krankheitszeichen aufgetreten sind, die Einnahme von Camphora Urtinktur (auch D1 oder D 2 bis max. D 6), etwa 5 Tropfen auf Würfelzucker oder ein Glas Wasser.

Ist man durchgefroren und steif vor Kälte, dabei erschöpft und müde hilft heißer, schwarzer Kaffee (z.B. verlängerter Espresso) vorzüglich – immer vorausgesetzt, dass sich noch keine Erkältungszeichen gezeigt haben.

Grundsätzlich ist die regelmäßige Nasenspülung ohne Druck mit einer leichten, nichtbrennend auf die Schleimhaut wirkenden, körperwarmen Salzlösung zu empfehlen. So wie man sich die Zähne putzt, so sollte man auch täglich die Nasespülen. Natürlich ist dies bei Schnupfen noch mehr anzuraten. >>> siehe Nasenatmung <<<

Dosis, Dosierung und Verabreichung der Arzneimittel

In allen Fällen empfehle ich 2 – 3 Kügelchen (Dosis, 1 Gabe) des notwendigen Mittels in 1 Glas Wasser zu lösen (Dosierung), je nach Bedarf (Stärke der Beschwerden) von diesem Glas in Abständen von 15 Minuten bis 2 Stunden, je 1 Teelöffel geben (Verabreichung). Unbedingt vor jedem Teelöffel die Lösung kurz aber kräftig umrühren. In dem Maße wie dann Besserung eintritt, sind die Abstände zwischen den einzelnen Teelöffeln zu vergrößern, bis hin zum Absetzen. Tritt Stillstand in der Befindensveränderung ein, oder zeigt sich ein deutlich verändertes Symptombild, so ist ein passenderes Mittel zu suchen. Ist das Symptombild nicht klar, so muss abgewartet werden bis sich ein klares Bild zeigt.

Hinweis

Entsprechend den beschriebenen Arzneien habe ich verschiedene Arzneimittelsätze entwickelt: für den üblichen Hausgebrauch „Die kleine Hausapotheke“. Diese Arzneimittelsätze bestehen aus 1,5 oder 2 Gramm Glasröhrchen Globuli (Kügelchen) der Potenzstufe C 200. Die Sätze können vollständig, aber auch jedes Mittel daraus einzeln erworben werden. Sie sind sehr praktisch, man hat immer das notwendige Mittel zur Hand, auch unterwegs auf Reisen.
Erhältlich sind diese Sätze bei folgenden Apotheken oder Herstellern:

REMEDIA Homöopathie
Mag. pharm. Robert Müntz GmbH
www.remedia.at

Homöopathisches Labor Gudjons (Apotheke)
www.gudjons.com

Homöopathie – Naturheilkunde
www.altstadtapotheke-amberg.de

Homöopathie – Naturheilkunde
www.ZietenApotheke.de

Saint Charles Apotheke
Inh. Sabine Zeeck
www.saintcharles.de

Homöopathie – Naturheilkunde
Dr. Oehmingen´s Apotheke
Inh. Ulrike Zanger
Tel. 030-873 43 50 Fax 030-864 247 20

Der akute Schnupfen

Es ist völlig normal in den Übergangsjahreszeiten bis zu zweimal an Schnupfen zu erkranken. Wie bereits oben erwähnt ist dies eine natürliche Ausscheidungsreaktion. Der Volksmund sagt, dass ein Schnupfen eine Woche ohne Behandlung steht und sieben Tage mit Behandlung. Dies sieht bei einer korrekten homöopathischen Behandlung ganz anders aus. Die Ausscheidung wird sanft und sicher befördert, nicht nur im Bereich der Nase, sondern insgesamt, so dass die Harmonie aller Ausscheidungsorgane wieder hergestellt und nicht nur der Toxinüberschuss beseitigt wird. Der Schnupfen verläuft so in der Regel wesentlich kürzer, zumindest aber deutlich weniger beschwerlich.

Behandlung

Plötzlicher, heftiger Schnupfen, bei kalt-trockenem Winterwetter, durch Wind ausgelöst (bes. Ostwind), der ganze Nasenbereich fühlt sich heiß an, heftiges Niesen, heißes Nasensekret läuft wie Wasser aus der Nase, in geschlossenen Räumen schlechter, draußen besser. Eventuell kommen starke Kopfschmerzen hinzu, dabei wird der Patient äußerst unruhig, mag nicht reden, wird schlaflos und wehleidig, so dass auch andere keine Ruhe mehr finden, schließlich wird der ganze Körper heiß oder hohes Fieber tritt auf. Die Absonderung ist durch kalte Luft unterdrückt worden. Dieser zustand verlangt nach Aconitum (Sturmhut), es wird die Absonderung wieder in Gang bringen und den Katarrh rasch ausheilen.

Zu oft werden routinemäßig bei Schnupfen homöopathische Mittel gegeben, ohne dass die Entwicklung des eigentlichen Symptombildes abgewartet wurde, oder weil es doch eine bewährte Indikation sei, ohne dass das Symptombild wirklich mit dem Arzneimittelbild korrekt verglichen wurde. Dies ist z. B. bei Allium cepa, der gemeinen Küchenzwiebel häufig der Fall. Solches Vorgehen kann aber Lungenkomplikationen nach sich ziehen, d.h. der Schnupfen schlägt dann auf die Lungen. Hier ist dann Phosphorus angezeigt, nicht routinemäßig, sondern weil sich in der Regel ein Phosphor – Zustand entwickelt. Der Allium cepa – Zustand dürfte allgemein geläufig sein, entspricht er doch dem Zustand beim Schneiden einer rohen Küchenzwiebel: Augentränen, die Nase läuft und wird wund (scharfes Nasensekret), später Kopfschmerz, warme Räume verschlechtern, draußen deutliche Besserung.

Es kitzelt ständig in der Nase, wie von einer Feder, allgemein fühlt sich der Patient äußerst elend, Niesen bringt keine Erleichterung, davon wird es eigentlich noch schlechter. Die Nase ist verstopft und dennoch läuft ständig ein wundmachendes, wässriges Sekret. Völlig verfroren möchte er nur Warmes trinken, in der warmen Badewanne sitzen oder dick warm eingepackt sein. Zunehmende Reizbarkeit und Schlaflosigkeit kennzeichnen diesen Patienten, welcher in Arsenicum album sein Heilmittel findet.

Nachdem das Kind draußen bei kaltem Wetter gespielt hatte, schwillt zu Hause die Nase rot an, ist heiß und schmerzhaft, bes. die Nasenspitze brennt und ist sehr empfindlich. Aus nur einem Nasenloch fließt reichlich Sekret, das später auch mit Stockschnupfen alternieren kann. Auch nach dem Haarewaschen ohne die Haare gründlich zu trocknen, selbst nach dem Haareschneiden ohne danach den Kopf vor Kälte zu schützen, kann dieser Zustand auftreten. Hier wäre Belladonna das Mittel der Wahl.

Bei kaltem, feuchten Wetter, bes. beim Temperaturwechsel von warm auf feucht-kalt tritt der Schnupfen von Dulcamara auf. Oft weil, der Patient sich auf eine taufeuchte Wiese gesetzt hat, oder in feuchter Meeresluft, bei Schnee oder Regen draußen war. Es ist ein Stockschnupfen, welcher durch kalte Luft verschlimmert wird. Ungehalten darüber sich einen Schnupfen geholt zu haben, möchte der ungeduldige Patient schnellstens genesen.

Bei Motorrad- oder Skifahrern findet man häufig, die durch den Wind gereizten, blutunterlaufenen Augen. Dies ist charakteristisch für Euphrasia. Im Gegensatz zu Allium cepa ist der Tränenfluss scharf, das Nasensekret mild. Meist tritt in der Folge auch Husten auf.

In einem milden Winter oder im Frühling, wenn die Luftfeuchte noch hoch ist, finden wir den Schnupfen von Gelsemium. Ein richtig ätzender Fließschnupfen (vergl. Aconitum, heißes Nasensekret), der die innere Nase wund macht. Schwer und müde, nicht mehr fähig sich zu konzentrieren, benommen liegt der Patient im Bett. Auffällig ist seine völlige Durstlosigkeit, oft begleitet von Kopfschmerzen.

Sehr langsam, bei kaltem, trockenem Wetter entwickelt sich der Schnupfen von Hepar sulfuris. Die geringste Kälte oder der geringste Luftzug lösen heftige Niesanfälle aus.- Selbst wenn eine Hand oder ein Fuß unter der Bettdecke hervor lugt. Anfangs ist das Nasensekret wässrig und reichlich, dann wird es zunehmend dicker und gelblich, bis es schließlich wie alter Käse riecht. Im Vergleich zu Aconitum geht es Hepar sulfuris drinnen oder im Bett besser.

Ist das Nasensekret dick, gelb bis grün, zäh, fadenziehend denken wir an Kalium bichromicum. Wie Gummi lässt sich die eitrige, an den Naseninnenwänden klebende Absonderung in langen Fäden aus der Nase ziehen. Die Nasenknochen sind drückend schmerzhaft, bes. an der Nasenwurzel besteht oft ein starkes Druckschmerzgefühl. Diese Art Schnupfen finden wir meist in den Übergangsjahreszeiten, bes. bei kräftig gebauten Leuten, welche gerne dunkles Bier trinken, leicht erhitzen, deshalb zu leicht bekleidet rausgehen und sich verkühlen.

Hat der Patient milde, dicke gelb bis gelb-grünliche Absonderung, braucht er viel frische Luft und abends geht es ihm schlechter, dann ist Kalium sulfuricum angezeigt. Völlige Abneigung besteht gegen alles Warme oder Heiße (Wetter, Zimmer, Speisen, Getränke). Dagegen hat er dauernden großen Durst auf kalte Getränke (im Gegensatz zu Pulsatilla). Das Sekret ist eher übel riechend. Die Zunge ist mit gelbem Schleim belegt (Pulsatilla weiß belegt).

Beginnt der Schnupfen mit einer ätzenden Absonderung, welche die Oberlippe wund macht und rasch in einen Stockschnupfen übergeht, so denken wir sofort an Lycopodium. Das Gesicht verspannt sich ebenso zusehends, wie die Naseflügel sich fächerartig bewegen. Die Nase verstopft immer mehr, bes. an der Nasenwurzel wird dies gespürt. Sobald sich der Kranke hinlegt, geht die Nase völlig zu, so dass nur noch Mundatmung möglich ist. Eitrig-gelbe Absonderung sammelt sich an, oft bilden sich auch elastische Schleimpfropfen in der Nase. Aufstehen und Umhergehen bessern ein wenig. Der Schnupfen ist meist begleitet von dumpfen oder hämmernden Schmerzen zwischen den Augen, in der Stirnmitte oder Stirn. Verlangen besteht nach warmen Getränken und Essen, welches bessert. Neben Nux vomica ist Lycopodium das einzigste Mittel für das Schniefen der Kleinkinder.

Wenn Geruchs- und Geschmackssinn verloren gehen, man von einem heftigen Niesanfall fast nahtlos in den nächsten rutscht, riesige Mengen eiweißartiges Sekret abgesondert werden, dann ist Natrium muriaticum angezeigt. Manchmal wechselt der Zustand auch mit Stockschnupfen ab, ebenso wie Fieberbläschen an den Nasenflügeln und um die Lippen herum entstehen können. Vom vielen Naseschnäuzen werden die Nasenflügel wund (nicht durch das Sekret). Der Schnupfen entsteht meist bei Temperaturwechsel von kalt auf warm-trocken.

Ebenso verfroren wie Hepar sulfuris ist Nux vomica. Kaum dass er sich der Kälte irgendwie ausgesetzt hat, so ist er gleich verschnupft oder erkältet. Besonders sein Kopf ist empfindlich. Trocken und verstopft ist die Nase, sobald er sich hinlegt kriegt er kaum noch Luft. Im warmen Räumen geht der Stockschnupfen in Fließschnupfen über, bes. morgens ist der Fließschnupfen am schlimmsten. Das Sekret ist wässrig bis klar-schleimig. Oft sind die Nasenlöcher abwechselnd verstopft, mal links, mal rechts. Nux vomica ist äußerst reizbar, will in Ruhe gelassen werden, am liebsten hinter dem warmen Ofen hocken. Manchmal hilft ein warmes Fußbad die Erkältung zu verhüten, aber ist sein Kopf irgendwie von Kälte oder Nässe betroffen gewesen, so hilft dies auch nicht. Das gleiche gilt für warme oder heiße Getränke, welche er gerne nimmt. Nux vomica ist der „Macher“, der eigentlich keine Zeit fürs Kranksein hat. So tendiert auch zu rabiaten unterdrückenden Maßnahmen, Hauptsache wieder schnell fit, was auf Dauer natürlich nicht geht und seine Reizbarkeit weiter steigert. Wie bereits erwähnt, ist es eins der beiden Mittel für das Schniefen der Kleinkinder.

Ein weiteres Mittel, welches gerne Schnupfen beim Temperaturwechsel von kalt auf warm-trocken entwickelt ist Pulsatilla. Vom milden, sanften Wesen ist nicht nur sein Gemüt, sondern auch die Absonderung aus der Nase. Es besteht ein Gefühl von zunehmender Nasenverstopfung, welche nachts am schlimmsten ist, aber den Schlaf an sich nicht behindert. Morgen fließen große Mengen dicken Sekrets ab, anfangs weißlich, später gelb, gelb-grün bis grün. Auffällig ist die starke Appetit- und Durstlosigkeit, sowie der Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns wie bei Natrium muriaticum. Wärme verschlechtert, frische Luft wird hingegen immer verlangt und bessert. Dies ist besonders bei Kindern deutlich, die, solange sie draußen spielen kaum Beschwerden haben, sobald sie aber ins Haus kommen starke Symptome zeigen. Pulsatillakranke sind extrem empfänglich für Trost und Beistand, erwarten dies im Stillen auch sehnlichst. Trost und Beistand bessern alle Symptome.

Auf alle Arten von Kälte, Feuchtigkeit, Durchnässung, sogar Nebel reagiert der Mensch, welcher Rhus toxicondendron benötigt. Dabei wird er besorgt, deprimiert und auffällig unruhig, bes. im Dunkeln oder nachts, wo er dann umhergeht, was auch den Schnupfen bessern kann. Er mag frische Luft, muss aber dabei warm gekleidet oder eingehüllt sein. Auf kalte Getränke besteht ein starkes Verlangen, diese verschlechtern aber, er friert umso mehr danach. Die Nasenspitze ist rot und vom häufigen Naseschnäuzen wund. Die Nase selbst ist geschwollen und trocken. Rhus tox. Neigt zu häufigen, bes. krampfhaften Niesattacken. Dabei fühlt er seinen Atem in der Nase als brennend heiß. In vielen Fällen ist der Schnupfen mit Blasen- und Halsentzündungen, Bronchitis, oder Kreuz- und Gliederschmerzen verbunden. Ein warmes Bad bessert die Beschwerden.

Wenn sich ein Schnupfen nach Abkühlung oder Überhitzung des Körpers sich nur langsam entwickelt, mehrere Tage braucht um ein deutliches Bild zu zeigen, dabei aber zunächst kein richtiges Krankheitsgefühl vorhanden ist, so benötigt der Kranke Silicea. Dabei ist auffällig, dass zwar großer Hunger besteht, aber gar kein Appetit, selbst auf die sonst so geliebten Süßigkeiten. Der Geschmack geht verloren, so wird dann Qualität durch Quantität ersetzt, Mengen von Nahrungsmitteln werden unterschiedslos einverleibt, nach dem Motto „der Hunger treib´s rein“. Die Nasennebenhöhlen werden immer voller, das Sekret ist von Beginn an dick-eitrig, gelb bis grün, fließt aber meist. In fortgeschritten Stadien tritt auch Stockschnupfen auf, oder Stock- und Fließschnupfen wechseln ab. Nachts ist der Verstopfung am schlimmsten. Stockschnupfen wird dann in der Regel begleitet von drückendem, auch stechendem Schmerz in den Nasennebenhöhlen, Stirnhöhlen oder an der Nasenwurzel. Dumpfe Kopfschmerzen können auch vorhanden sein. Oft steigt der Schnupfen schell auf die Bronchien und Lungen ab, wobei Husten mit ebenso dick-eitrigem, gelb bis grünem Auswurf vorhanden ist. Am Morgen sind die Ausscheidungen am stärksten. Noch langsamer als der Schnupfen gekommen ist, klingt er ab, oft dauert er bis zu vier Wochen. Wird Silicea verabreicht, so kann der Verlauf auf etwa 1 Woche verkürzt werden.

Wenn das Gesicht blaß/rot im Wechsel bei Lageveränderung wird, der Kreislauf labil erscheint, oft verbunden mit Nasenbluten und/oder Ohrenschmerz, der Puls klein, weich und leicht unterdrückbar ist, dann haben wir wahrscheinlich einen Ferrum-phosphoricum Zustand. Allerdings ist Ferr-phos. kein Mittel des Anfangs, entgegen der landläufigen Meinung und Praxis, wird also oft in viel zu frühen Stadien oder gleich zu Anfang verordnet und bringt dann den Fall durcheinander. Leider ist besonders durch den Gebrauch von Ferr-phos. als niedrig potenziertes Schüssler-Salz (z. B. als „heiße Sieben – 7  Tab. auf ein heißes Glas Wasser zu Beginn einer Erkrankung) viel Verwirrung gestiftet worden. Ferrum-phosphoricum ist dann angezeigt wenn der akute Zustand droht ins Subakute überzugehen, absteigt in die Brust oder wenn andere gutgewählte Mittel nicht helfen.

Ein Schnupfen, welche sich in vielfältigen Symptomen ausdrückt, sich nicht einem der vorgenannten Erscheinungsformen zuordnen lässt, ist in der Regel ein Sulphur – Schnupfen. Ebenso wenig lässt sich bei Sulphur eine Wetterlage als auslösend bestimmen. Meist beginnt er als heftiger Fließschnupfen mit anfänglichem, kurzzeitigem Frösteln. Morgens fließt der Schnupfen stärker, abends stockt er eher. Markant ist das wiederkehrende kurze Einschießen von Hitze ins Gesicht, und die Abneigung gegen warme Räume, obschon im Freien sich der Schnupfen verschlimmert. Es besteht ein Verlangen nach warmen Speisen, bes. aber nach warmen Getränken. Das Sekret wird als brennend bis ätzend empfunden, ist meist klebrig, und von gelblicher oder grünlicher Farbe. Begleitend können Kopfschmerzen oder Kehlkopfentzündung auftreten. Sulphur eignet sich auch sehr zur Nachbehandlung, quasi ein unspezifisches Restgeschehen übrig bleibt, 1 Gabe (2 Kügelchen C 200) lutschen.

Wenn gleich zu Anfang eines Schnupfens ein unstillbares oder ausgeprägtes Verlangen nach frischem Obst auftaucht, bes. Zitrusfrüchten, oder frischgepressten Obstsäften (Orangen, Zitronen, Kiwis, Ananas, Clementinen, Bananen, usw.), dann ist Tuberculinum bovinum das Mittel der Wahl. Dieses Verlangen sollte aber abgegrenzt werden von dem Menschen, welcher gelesen oder gehört hat, dass Vitamin C gut sei bei Erkältungen. Da Tuberculinum bovinum eine Nosode ist, sehr tief greifend wirkt, sollte es um Verschlimmerungen zu vermeiden, nicht unter der Potenzstufe C 200 gegeben werden, und auch nur 1 mal täglich 1 Gabe, in der Regel nicht länger als 2 bis 3 Tage, da dann dieser Tuberculinum – Schnupfen ausgeheilt ist.

Siehe auch: Rocco Kirch Erkältungskrankheiten Berliner Heilpraktiker Nachrichten 2000 + Körper – Geist – Seele 2000 (Berlin)“

Hp Rocco Kirch