Insektenstiche und -bisse: Homöopathische Prophylaxe und Therapie

„Der Frühling mit all seinen Freuden für Mensch und Tier ist da. Doch leider haben gerade im Frühling und Sommer viele Menschen und Tiere unter Stichen oder Bissen von Insekten zu leiden. Da wird vieles versucht um sich vor den Plagegeistern zu schützen. Wenn sie bereits gestochen oder gebissen haben, sind die üblichen Behandlungen der Folgen entweder unzureichend oder übertrieben, oder schädigen den betroffenen Organismus kurzfristig, u. U. sogar langfristig. Die Homöopathie als absolut nebenwirkungsfreie Behandlungsmethode, bietet uns aus dem Schatz ihrer Materia Medica einige bewährte Arzneien als vorbeugenden Schutz vor Insektenbissen und -stichen, wie auch als therapeutische Arkana nach erfolgten Biss oder Stich.

Manche Menschen und Tiere können sich kaum vor den Insekten retten, werden regelrecht von ihnen verfolgt, oder zeigen nach Insektenstichen oder -bissen heftige, in manchen Fällen sogar bedrohlichen Reaktionen, wie z.B. einem anaphylaktischen Schock nach einem Wespenstich. Bei einigen Insektenarten wird eine regelrechte Angst geschürt, die sich aber meist bei genauer Betrachtungsweise nicht begründen lässt. Dies ist z. B. bei Zecken der Fall. Die Impfpropaganda schürt die Angst vor der berüchtigten Zeckenbißfieberencephalitis (FSME) und möchte uns weismachen, dass man ohne die Impfung verantwortungslos ist. Fragt man sich aber wo denn diese bösen, die Zeckenbißfieberencephalitis übertragenden Zecken überhaupt vorkommen, so stellt man fest, dass es in Europa nur zwei begrenzte Gebiete gibt: Masuren und sumpfige Teile im südlichen Österreich. Betrachtet man die Sache noch etwas genauer, so ist das Risiko tatsächlich an Zeckenbißfieberencephalitis zu erkranken um ein vielfaches niedriger, als eine mögliche Schädigung durch die Impfung davon zu tragen, oder an Borreliose (siehe auch unter Borreliose) zu erkranken. Die Wirksamkeit der FSME – Impfung, wie auch anderer Impfungen ist ohnehin zweifelhaft. Zumindest können die Statistiken und Argumente der Impfbefürworter nicht überzeugen.

Vorbeugender Schutz

Fliegen: häufig werden Menschen und Tiere, wie z.B. Pferde oder Kühe durch verschiedene Arten von Fliegen belästigt. Beispielsweise haben Pferde sehr unter Dasselfliegen zu leiden. Der Volksmund behauptet, dass der „süße“ Schweiß die Fliegen anziehe. Caladium seguinum D 3 ist hier das Mittel der Wahl. Diese Pflanze, zu deutsch Schweigohr oder Dieffenbachs Seguine, stammt aus dem tropischen Südamerika. Bei uns wächst sie als Zimmerpflanze. Zur Herstellung des Mittels werden der frische Wurzelstock, Stängel und Blätter verwendet. Caladium D 3 wird zwei- bis dreimal täglich gegeben, in besonders schwierigen Fällen bis zu fünfmal täglich 3 Tropfen auf 1 Esslöffel Wasser.

Mücken: der Belästigung durch Mücken kann durch die vorbeugende Gabe von Staphisagria D 3, zwei- bis dreimal, in schwierigen Fällen bis zu fünfmal täglich eine Gabe von 3 Tropfen auf 1 Esslöffel Wasser, vorgebeugt werden. Die Erfahrung zeigt, dass einige Menschen und Tiere weniger gut auf Staphisagria ansprechen, diese brauchen dann Berberis vulgaris D 3 in gleicher Dosierung und Wiederholung.

Zecken: hier hat sich Sulphur C 200, viermal wöchentlich 3 Tropfen oder Globuli über einen Zeitraum von vier Wochen gegeben, bewährt. Zweckmäßiger jedoch erscheint 1 Doppelgabe Zeckenbissfieber – Nosode D / C 200 pro Saison (Doppelgabe = 3 Globuli einnehmen, nach 15 Minuten weitere 3 Globuli).

Flöhe: hier gibt man, in gleicher Weise wie bei Zecken Sulphur, Pulex irritans C 200.

Läuse: hier gibt man, ebenfalls in gleicher Weise wie vor, Pediculus C 200.

Es ist wichtig die Angaben der Potenz zu beachten, z.B. wirkt, obschon von verschieden Seiten empfohlen, Staphisagria in der D 12 nicht prophylaktisch.

Behandlung von Insektenstichen oder -bissen

Bienen- oder Wespenstiche: hier hat sich Apis C 200 bestens bewährt. Eine Doppelgabe (3 Glob. oder Tropfen, 15 Min. später wiederholen) verordnen, oder eine Gabe (3 Glob. oder Tropfen) in ein Glas Wasser gelöst anwenden. Bei der in einem Glas Wasser gelösten Gabe wird bei Bedarf je ein Teelöffel voll gegeben, in der Regel alle 15 Minuten bis eine deutliche Besserung eintritt. In hoch akuten Zuständen alle fünf Minuten. Dies ist besonders bei z.B. Stichen in Mund und Hals notwendig. Solche Situationen können lebensbedrohlich sein. Die Schwellung wird schnell zurückgehen und der Schmerz ebenso schnell gelindert. Ist es sicher, dass der Stich, oder die Stiche von einer Wespe, oder einer Hornisse stammen, so ist Vespa crabro C 200 das Mittel der Wahl. Anwendung wie vor.

Mückenstiche: angezeigt ist hier Staphisagria C 200. Anwendung grundsätzlich wie vor beschrieben. Sollte Staphisagria nicht den gewünschten Effekt haben, so ist Berberis vulgaris C 200 angezeigt. In Notfällen kann natürlich jede andere Potenz gewählt werden. Dabei ist in der Regel zu beachten, das niedrigere Potenzen öfter wiederholt werden müssen, höhere dagegen weniger oft. Eventuell sind auch bei höheren Potenzen Mittelreaktionen möglich, deshalb sollten diese nur von erfahrenen Behandlern eingesetzt werden. Äußerlich können, um den Juckreiz an den Stichstellen zu mildern, Staphisagria D 3 Dil. oder Berberis D 3 Dil., 1:10 mit Wasser verdünnt, wiederholt aufgetupft werden. Auch ist es möglich Halicar-Salbe (Cardiospermum/Herzsamen, DHU) gegen den Juckreiz zu verwenden. Kleiner Hinweis: man kann sich selbst auch eine „Bachblüte“ herstellen, die Sumpfdotterblume. Die Blüten in einer Vollmondnacht auf Wasser legen und vom Mond bescheinen lassen. Dieses Wasser ist dann mit der Information „Sumpfdotterblume“ imprägniert. Dieses imprägnierte Wasser mit mind. 20 % Vol. Alkohol haltbar machen und in ein Fläschchen abfüllen. Mit dieser selbsthergestellten „Bachblüte“ lässt sich jede Insektenstich- oder -bissstelle betupfen, der Juckreiz lässt schnell spürbar nach. Selbst wenn man in die Brennnesseln geraten ist, hilft dieses Mittel vorzüglich gegen den Juckreiz.

Zeckenbiss: hat sich eine Zecke in der Haut festgesetzt, so muss diese unverzüglich entfernt werden. Dabei ist die Zecke vorsichtig mit den Fingernägeln, einer Pinzette, oder idealer Weise mit einer Zeckenzange zu fassen, und nach links hinauszudrehen. Wichtig ist zu vermeiden, dass die Zecke gequetscht , dadurch Sekret in die Bissstelle gepresst wird, oder dass der Kopf abgerissen wird und in der Haut verbleibt. Sollte dies geschehen, so ist Silicea C 200 vorzüglich geeignet ihn wieder herauszubringen. Die Bissstelle wird mit 1:10 verdünnter Arnica C 30 oder C 200, verdünnter Echinacea – Urtinktur oder Ledum C 30 / C 200 (wie bei Arnica gelöst) wiederholt betupft. Sie heilt so sehr schnell und sicher ab, ohne dass eine Entzündung sich entwickelt, oder starker Juckreiz vorhanden wäre. Hinweis: niemals Arnica Urtinktur auf offene Wunden bringen. Es kann dann zu unschönen entzündlichen, sogar allergischen Reaktionen führen. Beim ersten Zeckenbiss in einer Saison gebe ich immer eine Doppelgabe Zeckenbissfiebernosode D / C 200 um der gefürchteten Zeckenbißfieberencephalitis vorzubeugen (wirkt auch als Prophylaktikum vor wiederholten Zeckenbissen). Sollte diese nicht zur Hand sein, was in der Regel so ist, so gibt man eine Doppelgabe Ledum C 200 aus gleichem Grund, jedoch nicht häufiger als 2 – 3 x pro Saison. Ledum ist grundsätzlich ein Mittel, welches eventuelle toxische Reaktionen eines Organismus durch Insektenstiche oder -bisse sehr gut beherrscht, wie es eine sehr gute Tetanusprophylaxe ist.

Kreuzspinnen- und Ameisenbisse: immer eine Doppelgabe Ledum C 200 geben. Treten Quaddeln auf, so ist zunächst immer an Apis C 200 zu denken.

Allgemeines: sollte sich einmal eine Biss- oder Stichstelle dunkelrot bis bläulich verfärben, so ist Lachesis C 200 eine Doppelgabe notwendig (toxische Reaktion), eventuell bei Bedarf wiederholen. Überhaupt sind generell toxische, insbesonders heute oft allergische Reaktionen auf Insektenstiche oder -bisse möglich. Besonders die empfindlichen Naturen reagieren besonders heftig (Miasmatische Belastung, bes. Tuberculine). Rheumatische Reaktionen können ebenso erscheinen (Miasmatische Belastung, bes. Sykose). Dabei ist immer eine erhöhte toxische Belastung der Nieren gegeben. In diesen Fällen ist Acidum formcicum D 12 oder C 30 zusätzlich zum sonst angezeigten Mittel zu geben. Eine bis zwei Gaben täglich, solange bis eine deutliche Besserung eintritt, meist kaum länger als nach drei Tagen. Kommt es zu besonders heftigen allgemeinen Reaktionen, zu generalisierter Quaddelbildung und unerträglichem Juckreiz, so ist Arsenicum album C 1000 das Mittel der Wahl. In der Regel eine Gabe täglich über drei Tage.

Fallbeschreibung:

Zehnjähriger Fuchswallach, edles Warmblut, war von Insekten gestochen worden. Das Pferd hatte die ganze Nacht im Stall getobt, so sehr, dass die Tragwände der Hufe stark beschädigt waren und es sich viele Schürfwunden und Prellungen zugezogen hatte. Apis, Staphisagria und Ledum waren von der Halterin bereits ohne Erfolg gegeben worden. Ich fand den Wallach äußerst unruhig und kaum zu bändigen in der Box vor. Sattellage und Brustkorb waren übersät mit höchst berührungsempfindlichen pfenniggroßen Quaddeln. Es war sehr schwierig überhaupt an das Pferd heranzukommen.

Verordnung:
Eine Doppelgabe Arsenicum album C 1000 und dreimal täglich eine Gabe Acidum formicicum C 30.

Der Wallach verbrachte eine ruhige Nacht, der Juckreiz hatte deutlich nachgelassen. Die Quaddeln waren zurückgegangen. Das Pferd ließ sich wieder berühren. Ich verabreichte ihm noch eine Gabe Arsenicum C 1000. Acidum formicicum C 30 bekam es noch insgesamt fünf Tage lang, täglich eine Gabe. Die Hautverletzungen wurden zweimal täglich dünn mit Calendulasalbe behandelt, die Tragwände mit der Raspel geglättet. Am vierten Tag war der Wallach vollständig wiederhergestellt und ließ sich einwandfrei reiten. “

Hp Rocco Kirch

Weiterführende Literatur siehe auch:

Roy / Lage – Roy
Homöopathischer Ratgeber Nr. 2 – Notfälle –
Lage – Roy 1991

Roy / Lage – Roy
Selbstheilung durch Homöopathie
Knaur 1988 / 1992

Kirch in Roy / Lage – Roy
Homöopathischer Ratgeber Nr. 16/17 – Mensch und Tier –
Homöopathische Therapie und Prophylaxe bei Insektenstichen und -bissen
Lage – Roy 1994 + 1997